Traumberuf Katzensitterin - die Realität hinter der rosaroten Brille

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Traumberuf Katzensitterin - die Realität hinter der rosaroten Brille

Sigrids mobile Katzenbetreuung
29 Januar 2026

Den ganzen Tag mit schnurrenden Katzen verbringen und dabei auch noch Geld zu verdienen das hört sich doch nach einem absoluten Traumjob an.....
Ja ich liebe es so viele verschiedene Katzen zu betreuen und es ist auch wirklich meine Berufung. Es gibt nichts Schöneres als morgens schon sehnsüchtig von den Samtpfoten erwartet zu werden und ihnen die Zeit mit Futter, Streichel- und Spieleinheiten zu versüßen. Ich bin in der Abwesenheit der Dosis die wichtigste Bezugsperson. Es ist eine dankbare und schöne Aufgabe Katzen und Menschen glücklich zu machen.

Das hört sich doch alles ganz toll an, aber wie bei jedem Beruf gibt es auch hier einiges zu bedenken. Gewerbliches Katzensitting ist so viel mehr als Katzenschmusen, füttern und Klo reinigen. Oder wie jemand schrieb: Klomanagement ;)

Neben der ganz normalen Katzenbetreuung ist man auch zuständig für:

  • Kundenbetreuung das heißt: Telefonate führen, E-Mails beantworten, WhatsApp-Nachrichten schreiben, Kennenlerntermine, Termine für Schlüsselübergaben
  • Buchhaltung: Einnahmen, Ausgaben und Fahrtkosten erfassen.
  • Aktualisierung der Webseite sowie der Social-Media-Kanäle (Facebook, Instagram)
  • Pflegen des Buchungskalenders

Fast alle dieser zusätzlichen Aufgaben erledige ich außerhalb meiner Betreuungszeiten, ohne dass sie vergütet werden. Für die Schlüsselübergaben gibt es einen Pauschalbeitrag.

Als Katzensitterin trage ich eine sehr große Verantwortung. Ich kümmere mich nicht einfach um Tiere, sondern um Familienmitglieder. Jede Katze, die ich betreue, bringt ihre eigene Geschichte, ihren Charakter und ihre Bedürfnisse mit. Manche suchen sofort Nähe, andere brauchen erst einmal Zeit und Abstand. Ich besuche die Samtpfoten in ihrem eigenen Revier und übernehme dort für eine gewisse Zeit die volle Verantwortung – das erfordert Sorgfalt, Zuverlässigkeit und ein hohes Maß an Vertrauen. Bei kranken und alten Tieren verabreiche ich nach Absprache mit den Tierbesitzern Medikamente und achte besonders auf Veränderungen im Verhalten der Katzen, um schnell reagieren zu können.


Es gibt auch die nicht so schönen Seiten des Katzensitterberufes:

  • Unregelmäßiges Einkommen. Die Nachfrage nach Katzensittern ist in der  Hauptreisezeit sehr groß, aber es gibt auch Monate in denen das Einkommen wesentlich geringer ausfällt. Als Selbständige müssen von dem Verdienst noch Steuern, Krankenversicherung und die Haftpflichtversicherung bezahlt werden. Wie wir alle wissen, steigen besonders die Kosten für die Krankenversicherung kontinuierlich an. Dazu kommt noch die Abnutzung des Autos, denn ohne Pkw geht nunmal gar nichts.

  • Ein Katzensitter hat keine 5-Tage-Woche. Besonders die Wochenenden, Brücken- und Feiertage sind beliebte Zeiten bei den Kunden. In der Haupturlaubszeit heißt das monatelanges Betreuen ohne einen einzigen freien Tag. Das geht an die Substanz und erschwert auch die eigene Freizeitplanung mit der Familie und mit Freunden.

  • Auch die emotionale Belastung spielt eine Rolle. Krankheiten, notwendige Tierarztbesuche und manchmal auch der Abschied von einem geliebten Tier gehören zu meinem Alltag als Katzensitterin dazu. Ich baue über die Zeit eine tiefe Bindung zu den Tieren auf und sie wachsen mir ans Herz. Wenn eine Betreuungskatze stirbt, trifft mich das sehr. Diese traurigen Verluste gehören zu meiner Arbeit dazu - aber sie gehen nicht spurlos an mir vorbei.

Wenn man Katzen  liebt,  verantwortungsvoll handelt, selbstständig planen kann und über Kenntnisse zu Krankheiten und Katzenverhalten verfügt und auch gerne mit Menschen im Kontakt ist,  kann die Aufgabe als Katzensitter sehr erfüllend sein. Der emotionale Lohn ist häufig größer als der finanzielle, darüber sollte man sich im Klaren sein.  Ich erlebe täglich wie wichtig meine Arbeit für die Tiere und ihre Menschen ist. Für Neukunden ist alles eine ungewohnte Situation und sie machen sich Sorgen. Vertrauen aufzubauen zu Mensch und Tier ist ein wichtiger Teil meiner Arbeit. Meine lieben Kunden sollen ein gutes Gefühl haben, sich sicher fühlen und ihren Urlaub genießen können.

Das Wichtigste ist für mich aber immer, dass es den Katzen gut geht.
Es ist mein Traumberuf  und so viel mehr als nur Katzen streicheln.
 





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